Reisen in Belgien: dein Reiseführer
Eine Belgienreise führt per Bahn durch ein kleines, gut vernetztes Land: historische Städte mit Kanälen und Gildehäusern wie Brügge, Gent und Antwerpen, die weltoffene Hauptstadt Brüssel und die Wälder und Flüsse der Ardennen. Bierkultur, Schokolade, Fritten und flämische Kunst gehören fest zur Reise dazu.
Beste Reisezeit
Von April bis Juni und im September ist es mild und die Städte sind weniger voll, ideal für Spaziergänge durch Brügge und Gent. Juli und August sind die lebhaftesten Monate mit vollen Terrassen und Strandtagen an der Küste. Der Herbst färbt die Ardennen bunt, perfekt zum Wandern. Im Dezember sorgen die Weihnachtsmärkte in Brüssel, Brügge und Gent für Stimmung. Regen gibt es zu jeder Jahreszeit.
Wohin
Brüssel
Der Grand-Place mit seinen vergoldeten Gildehäusern ist der ideale Startpunkt. Dazu kommen das Atomium, die Jugendstilbauten von Victor Horta, das Magritte-Museum, das Europaviertel und lebendige Viertel wie Saint-Gilles und Ixelles.
Brügge
Die mittelalterliche Altstadt mit Kanälen, Steinbrücken und Backsteinhäusern mit Treppengiebeln ist bemerkenswert gut erhalten. Steig auf den Belfried am Markt, spazier durch den Beginenhof und mach am späten Nachmittag eine Bootsfahrt auf den Grachten.
Gent
Studentischer und weniger touristisch als Brügge verbindet Gent die Kais Graslei und Korenlei mit der Burg Gravensteen und der St.-Bavo-Kathedrale, in der der Genter Altar der Brüder Van Eyck mit der Anbetung des Lammes hängt.
Antwerpen
Die Hafenstadt mit Designgespür hat eine Kathedrale mit Werken von Rubens, das Wohnhaus und Atelier des Malers, das MAS-Museum an den Docks und einen monumentalen Hauptbahnhof. Die Modeszene und belgischen Designerläden sind bekannt.
Die Ardennen
Im Süden warten bewaldete Täler, Flüsse und Steindörfer. Dinant an der Maas unter seiner Zitadelle, Durbuy und die Burg von Bouillon über der Semois sind schöne Stopps für Natur, Burgen und deftige Wildgerichte.
Was unternehmen
Belgische Bierkultur
Belgien hat eine tief verwurzelte Brautradition: Trappisten- und Abteibiere, Lambic und Kriek aus der Gegend um Brüssel und saisonale Biere. Jedes wird meist im eigenen Glas serviert, und viele Cafés haben lange Bierkarten zum gemütlichen Probieren.
Fritten, Waffeln und Schokolade
Hol dir Fritten aus einer Frituur mit Mayonnaise oder einer anderen Soße, probier Muscheln mit Fritten, eine karamellisierte Lütticher Waffel und Pralinen von handwerklichen Chocolatiers. Carbonade flamande, ein Rindfleischeintopf mit Bier, ist ein weiterer Klassiker.
Die flämischen Primitiven
Gent und Brügge waren Zentren der flämischen Malerei des 15. Jahrhunderts. Neben dem Genter Altar der Van Eycks zeigen in Brügge das Groeningemuseum und das Sint-Janshospitaal mit Werken von Memling diese Kunst.
Die Comic-Route in Brüssel
Brüssel ist die Heimat des belgischen Comics, von Tim und Struppi über Spirou bis zu den Schlümpfen. Dutzende Wandbilder mit Comicfiguren sind über die Stadt verteilt, und das Belgische Comic-Zentrum sitzt in einem Horta-Bau.
Kajakfahren auf der Lesse
In den Ardennen ist eine Kajaktour auf der Lesse zwischen Felsen und Wäldern bei Dinant ein Klassiker. Die Region bietet außerdem Höhlen wie die von Han-sur-Lesse und markierte Wege zum Wandern oder Mountainbiken.
Die Küstenstraßenbahn
Eine Straßenbahn fährt fast die gesamte belgische Küste entlang, von Knokke bis De Panne. So springst du zwischen breiten Stränden, Dünen und Orten wie Ostende oder De Haan mit seinen Villen im Stil der Belle Époque hin und her.
Praktische Tipps
- In Flandern spricht man Niederländisch, in der Wallonie Französisch, in Brüssel beides, und im Osten lebt eine deutschsprachige Gemeinschaft; grüß in der Landessprache.
- Viele Städte haben zwei Namen, etwa Antwerpen/Anvers, Gent/Gand oder Liège/Lüttich; achte darauf bei Bahnhofs- und Straßenschildern.
- Die Entfernungen sind kurz und Züge verbinden die großen Städte häufig, sodass eine einzige Basis viele Tagesausflüge erlaubt.
- Pack eine Regenjacke oder einen Taschenschirm ein: Regen ist das ganze Jahr über häufig, auch in den Sommermonaten.
Zu zweit, mit Familie oder Freunden
Belgien eignet sich gut für eine kurze Gruppenreise: eine Basis in Brüssel oder Gent, mit dem Zug nach Brügge und Antwerpen und ein Mietwagen nur für die Ardennen. Mit Kindern kommen das Atomium, die Höhlen von Han und die Küste sehr gut an. In Gata könnt ihr Ideen sammeln und gemeinsam die Unterkunft auswählen.
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Häufige Fragen
Kann ich Brügge und Gent als Tagesausflug von Brüssel besuchen?
Ja. Beide Städte sind per Zug gut mit Brüssel verbunden und lassen sich bequem an einem Tag besichtigen. Eine Nacht in Brügge oder Gent lohnt sich trotzdem, denn abends und frühmorgens erlebst du die Kanäle mit deutlich weniger Besuchern.
Welche Sprache spricht man in Belgien?
Belgien hat drei Amtssprachen: Niederländisch, Französisch und Deutsch. In Flandern mit Brügge, Gent und Antwerpen spricht man Niederländisch, in der Wallonie Französisch, Brüssel ist zweisprachig. In touristischen Gegenden sprechen viele auch Englisch.
Wie viele Tage brauche ich für die erste Belgienreise?
Vier oder fünf Tage reichen, um Brüssel, Brügge, Gent und Antwerpen in gutem Tempo zu sehen. Mit zwei oder drei zusätzlichen Tagen kommen die Ardennen oder die Küste dazu. Das Land ist klein und passt gut zu einem langen Wochenende oder einer Woche.
Ist Belgien ein gutes Reiseziel für Familien?
Ja. Comic-Wandbilder, das Atomium, Schokolade und Waffeln begeistern Kinder, und die Küstenstraßenbahn führt zu breiten Sandstränden. In den Ardennen gibt es Höhlen, Burgen und Flüsse für Kajaktouren mit der ganzen Familie.